K
U
N
S
T
H
A
L
L
E
 
N
Ü
R
N
B
E
R
G
 
  home   Publikationen   Besucherinformationen
2011 <
 

Ausstellungsübersicht 2012

bis 19. Februar 2012
Susan Hiller: From Here to Eternity

Die seit 1969 in London lebende Susan Hiller (*1940 in Tallahassee/Florida) ist eine der einflussreichsten Künstlerinnen Großbritanniens. In ihren Werken verbindet sie die Widersprüche zwischen Konzeptkunst und Empathie, zwischen dem Rationalen und dem Unbewussten oder auch Unheimlichen. Ausgehend von vergessenen, übersehenen oder unterdrückten Phänomenen in unserer westlichen Kultur oder auch von kollektiven Erinnerungen, versucht Hiller, mithilfe von Bildern, Sprache und Sound solchen Erfahrungen eine erlebbare Form zu geben und zugleich ein Forum zu schaffen, in das die individuellen Erinnerungen, Projektionen und Träume des Betrachters einfließen können. Susan Hiller arbeitet mit einem breiten Spektrum von Medien wie Film und Fotografie, Drucken, Fundstücken und Objekten, Audio- und Videoinstallationen. Die Kunsthalle Nürnberg präsentiert die erste große Einzelausstellung von Susan Hiller in Deutschland mit einem Schwerpunkt auf vier raumfüllenden Audio- und Videoinstallationen, die durch aktuelle Fotografien und Drucke, unter anderem aus ihren beiden „Hommage“-Serien an Yves Klein und Marcel Duchamp ergänzt werden.
Zur Ausstellung From Here to Eternity ist ein Katalog im Verlag für moderne Kunst Nürnberg erschienen.

17. März bis 17. Juni 2012
30 Künstler/30 Räume
Eine Gemeinschaftsausstellung von Institut für moderne Kunst Nürnberg, Kunsthalle Nürnberg im KunstKulturQuartier, Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft und Neues Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg

Der Traum von einem zeitgemäßen Museum mit 30 Räumen, die jeweils individuell von einem Künstler eingerichtet werden sollen, wurde 1971 von Dietrich Mahlow, dem Gründungsdirektor der Kunsthalle Nürnberg formuliert. Diese Utopie bildet den Ausgangspunkt für die Ausstellung 30 Künstler/30 Räume, die als erstes Gemeinschaftsprojekt vom Institut für moderne Kunst, der Kunsthalle Nürnberg, dem Kunstverein Nürnberg/Albrecht Dürer Gesellschaft und dem Neuen Museum. Staatliches Museum für Kunst und Design entwickelt wurde und sowohl in diesen vier Institutionen als auch im öffentlichen Raum stattfinden wird. Sie zeigt nicht nur ein breites Spektrum von „Künstlerräumen“ (die ehemalige Utopie ist heute längst selbstverständlich geworden), sondern untersucht auch, wie in der zeitgenössischen Kunst mit dem Begriff von Raum künstlerisch umgegangen wird und welche unterschiedlichen Facetten aufgegriffen und definiert werden. Dabei reicht das Spektrum von der Umgestaltung der vorhandenen Architektur über Installationen und für fiktive Erzählungen geschaffene Bühnen bis hin zur Umstrukturierung politischer oder sozialer Topographien.
Beteiligt sind an dieser Gruppenausstellung Ulf Aminde, Ole Aselmann, Nairy Baghramian, Winfried Baumann, Michael Beutler, John Bock, Ulla von Brandenburg, Stefan Burger, Marc Camille Chaimowicz, Mariechen Danz, Max Frisinger, Petrit Halilaj, Jeppe Hein, Irene und Christine Hohenbüchler, Sabine Hornig, Florian Hüttner, Zilla Leutenegger, Michaela Melián, Isa Melsheimer, Alice Münch, Karsten Neumann, Olaf Nicolai, Tobias Rehberger, Egill Sæbjörnsson, Katerina Šedá, Santiago Sierra, Vincent Tavenne, Rosemarie Trockel, Tatiana Trouvé und Florian Türke.
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog, der von der Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg großzügig gefördert wird.

11. Juli bis 30. September 2012
Charline von Heyl: Now or Else

Charline von Heyls Malerei ist geprägt durch ein ungewöhnliches Amalgam verschiedenster Effekte und Mittel, deren Gegensätzlichkeit vibrierende Energien und Spannungen erzeugt. Große dynamische Formen umfangen feine grafische Strukturen, grelle Farben treffen auf stumpfe Töne, abstrakte Gestik prallt auf die flüchtige Erinnerung an die Darstellung von Realem, Figur und Grund stehen in einem ständigen schillernden Austausch. Die Verhältnisse in diesen Bildern sind kompliziert und kühn, aber so mit Atmosphäre und Emotion aufgeladen, dass sie uns unmittelbar anspringen, obwohl sie sich einer schnellen Einordnung komplett verweigern. Charline von Heyl schafft Bilder, die, wie sie selbst sagt „den ikonischen Wert von Zeichen haben, die jedoch in ihrer Bedeutung rätselhaft bleiben. Etwas, das sich wie Repräsentation anfühlt, es aber nicht ist. Etwas, das aussieht, als ob es einen Inhalt oder eine Geschichte hat, was nicht der Fall ist. Etwas, das vor dem Bild in der Schwebe bleibt anstatt darin zu sein.“
Die 1960 in Mainz geborene Künstlerin hat ihr Studium in Hamburg und Düsseldorf absolviert und lebt seit 1996 in New York. Derzeit hat Charline von Heyl eine umfangreiche Einzelausstellung am ICA in Philadelphia, die nächstes Jahr an das ICA in Boston wandert. Die Ausstellung Now or Else in der Kunsthalle Nürnberg, die in Kooperation mit der TATE Liverpool organisiert wird, gibt mit einer Auswahl von 25 Gemälden aus den letzten 15 Jahren und einer aktuellen Gruppe von Papierarbeiten einen konzentrierten Einblick in Charline von Heyls faszinierendes Werk.
Zu dieser ersten großen, institutionellen Einzelausstellung in Deutschland und Großbritannien erscheint ein vielschichtiger Katalog.

18. Oktober 2012 bis 13. Januar 2013
Goldrausch: Gold in der Gegenwartskunst

Gold (von indogermanisch ghel: glänzend, gelb) ist ein chemisches Element mit dem Symbol Au und der Ordnungszahl 79... So sachlich beginnt der Wikipedia-Eintrag zu einem Edelmetall, um das sich seit Jahrtausenden Mythen und Legenden ranken, das nicht weniger als die Ewigkeit, die göttliche Sphäre und unermesslichen Reichtum repräsentiert, das Kriege provoziert und Alchimisten motiviert hat. In der Kunst- und Kulturgeschichte war Gold aufgrund seiner guten Verarbeitungseigenschaften, seiner Kostbarkeit und Beständigkeit, seiner dekorativen Qualität und hohen Symbolkraft immer ein bevorzugtes Material.
Auch in der Gegenwartskunst ist Gold – als Material oder auch als Farbe – präsent. Dies mag zunächst überraschen, scheint doch der kunsthistorisch „vorbelastete“ Werkstoff im Widerspruch zur Materialentwicklung des 20. und 21. Jahrhunderts zu stehen. Das Spektrum der im Kunstkontext verwendeten Materialien wird in dieser Zeit nahezu unüberschaubar und wenn alles zum Werkstoff werden kann, warum dann eine Zuwendung zu einem solch traditionsbeladenen Material?
Für KünstlerInnen wie Alicja Kwade, Jonathan Monk oder Michael Sailstorfer liegt der Reiz wohl gerade in diesem „Traditionsballast“ und in all den Ausdrucks- und Bedeutungsebenen, die mit dem auratischen Werkstoff assoziiert sind. Denn hieraus ergibt sich die Frage, wie Gold in einer neuen und unerwarteten Weise eingesetzt werden kann. Gold findet heute nicht mehr nur in der Malerei, sondern auch in der Bildhauerei, der Konzept- und Performancekunst Verwendung. So vergoldet Alicja Kwade Kohlebriketts und schafft damit Verwirrung in der Frage nach dem Wert von Materialien; Michael Sailstorfer löst einen „Goldrausch aus, indem er für seine Kunstaktion Pulheim gräbt Goldbarren vergräbt und Jonathan Monk lehnt eine golden angestrichene Leinwand gegen die Wand. In schwarzen Lettern ist auf der auratischen Goldfläche ein Arbeitsauftrag notiert: This Painting Should Be Installed by a Millionaire.

 
> 2013
  home   Publikationen   Besucherinformationen